Wald = Katastrophenvorbeugung + Rohstoff ohne Abhängigkeiten

Mit der prognostizierten Zunahme von Extremereignissen brauchen wir in Zukunft die Schutzleistungen des Waldes gerade in einem Gebirgsland wie Vorarlberg noch mehr als heute. Der Vorarlberger Waldverein betont deshalb anlässlich der Woche des Waldes 2026 die hohe Bedeutung eines gesunden Waldes, der den Anforderungen der Zukunft sicher und verlässlich standhält. Das erreichen wir nur mit aktiver Waldbewirtschaftung. Einem drohenden Rückgang der aktiven Waldbewirtschaftung müssen wir mit einer gezielten Stärkung entgegenwirken.

Entsprechend der Ziele der von allen Landtagsparteien beschlossenen Vorarlberger Waldstrategie 2030+ brauchen wir

  • eine weitere Holzbauoffensive,
  • den rentablen Einsatz von regionaler Holzenergiebiomasse,
  • den Abbau von unnötigen Bürokratien und
  • weiter gezielte Förderanreize trotz budgetknapper Zeiten.

Zuviel Beton im Holzbauland
Wir loben uns in Vorarlberg als Holzbauland – obwohl nach wie vor viel zu viel mit klimaschädlichen Baustoffen gearbeitet wird. Gerade aktuell ausgezeichnete Beispiele wie das neue Rathaus in Hohenems oder die Schulen in Hittisau zeigen, was alles in Holz möglich ist. Mit dem Baustoff Holz werden gleichzeitig wichtige Klimaschutzeffekte in der CO2-Speicherung und der CO2-Vermeidung erzielt.

Unser Holz muss nicht durch die Straße von Hormus
Nachhaltig vorhandene lokale Potenziale der Holzenergienutzung verringern hohe globale Abhängigkeiten. Diese Sicherheiten müssen uns etwas Wert sein. Waldbewirtschaftung und Holznutzungen müssen sich wirtschaftlich rentieren, sonst verlieren wir diese Möglichkeiten bei uns.

Abbau von unnötigen Bürokratien
Nehmen wir – neben Bürokratien auf EU- und Bundesebene – auf Landesebene beispielsweise die Bewilligungspflicht von nicht heimischen Pflanzen. Darunter fällt die Anpflanzung von Gastbaumarten wie die der Douglasie, obwohl sie nachweislich keine negative Beeinträchtigung heimischer Pflanzenarten verursacht. Der Vorarlberger Waldverein fordert daher schon lange, dass die im österreichischen Forstgesetz beinhalteten Baumarten von dieser Bestimmung im Landesnaturschutzgesetz ausgenommen werden müssen. Der Aufbau stabiler und resilienter Wälder mit ergänzenden und geeigneten Gastbaumarten darf nicht unnötig erschwert werden.

Langfristige Schonung der Budgets
Eine aktive Waldbewirtschaftung, die vorbeugenden Schutz für unseren Lebens-, Tourismus- und Wirtschaftsraum bringt, braucht dringend weiter Unterstützungen. Sie werden zwar „Förderungen“ genannt, sind aber Abgeltungen für wichtige Leistungen der Waldbesitzer:innen für die Allgemeinheit. Die Kosten vermiedener Schäden lassen sich zwar nicht exakt beziffern, wären jedoch um ein Vielfaches höher als die Unterstützung einer aktiven Waldbewirtschaftung. Von der Vermeidung von mit großem menschlichem Leid verbundenen Personenschäden gar nicht zu reden! Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist es deshalb sehr sinnvoll, „Förder“anreize auch in budgetknappen Zeiten zu setzen. Das gilt für den Bundeswaldfonds, für kofinanzierte EU-Forstförderungen, aber auch für Maßnahmen aus dem Waldfonds auf Landesebene.

Infobox: Wald und Holz ist mehr!
Der Wald schützt vor Naturgefahren, sorgt für sauberes Wasser und Luft und bietet wertvollen Lebens‑ und Erholungsraum. Gleichzeitig sichert die aktive Waldbewirtschaftung regionale Arbeitsplätze, stärkt die Wirtschaft und liefert erneuerbare Energie, die zur Unabhängigkeit von fossilen Importen beiträgt. Angesichts der Klimaerwärmung ist eine aktive, zukunftsorientierte Bewirtschaftung entscheidend, damit der Wald seine vielfältigen Leistungen behält und nicht durch Überalterung, Krankheiten oder Schädlinge an Stabilität verliert. Aktive Waldbewirtschaftung ist somit aktiver Waldschutz und damit Zukunftsvorsorge. Aktiv bewirtschaftete Wälder sind stabiler, widerstandsfähiger und weisen außerdem eine höhere Biodiversität auf. Strukturreichtum, Baumartenvielfalt und gezielte Pflege schaffen Lebensräume, die in nicht bewirtschafteten Wäldern oft verloren gehen. Die verbreitete Annahme, dass ungenutzte Wälder artenreicher seien, ist wissenschaftlich widerlegt.