
Pro Silva Austria: 2. „Wald Web Talk“: Naturnahe Waldwirtschaft – kann sie im Klimawandel bestehen ?
Naturnahe Waldwirtschaft – kann sie im Klimawandel bestehen?
2. „Wald Web Talk“ – Online Diskussion
Donnerstag, 3. März 2022 – 18:30 – 20:00 (Zoom-Meeting) – Bitte um Online Anmeldung !
Nach der erfolgreichen Premiere unserer ersten Online-Diskussion 2021 mit über 70 Teilnehmern wollen wir dieses Format in der exkursionsfreien Zeit fortsetzen:
Folgende spannende Fragen sollen diskutiert werden:
- Kann „naturnahe Waldwirtschaft“ mit bestehenden intakten (?) Waldökosystemen im Klimawandel ausreichende Anpassungsfähigkeit bieten?
- Reicht die natürliche Verjüngung zur Erneuerung der Wälder aus oder brauchen wir Ergänzungen und „naturferne“ Eingriffe?
- Inwieweit können strukturierte Mischbestände höhere Resilienz und/oder auch Produktivität und Sicherheit für die Zukunft bieten?
- Bieten strukturierte Bestände genug Möglichkeiten, dass sich auch Lichtbaumarten behaupten können?
- Welche Spannweite an Umweltbedingungen sind unsere Baumarten in der Lage abzudecken?
- Welche Rolle spielen epigenetische Effekte in der Anpassungsfähigkeit der Baumarten?
Diese und andere Themen wollen wir in einem offenen Forum diskutieren.
Den Ausgangspunkt bringen drei kurze Impulsstatements von drei Wissenschaftlern und Praktikern, die einerseits lange Erfahrung und andererseits brandaktuelle Forschungsergebnisse repräsentieren.
Wir wollen einen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft präsentieren und diesen auf kürzestem Weg in die Praxis umsetzen. Unter unseren Mitgliedern und Freunden und vielleicht darüber hinaus wollen wir eine gemeinsame Sprache und Stimme finden.
Impulse zur Diskussion
Eckart Senitza, Vorsitzender von Prosilva Austria und ProSilva (Europa) mit einem kurzen Statement zu „Naturnahe Waldwirtschaft – wie zeitgemäß definieren ?“
Prof. Christian Ammer, Waldbauprofessor and der Univ. Göttingen spricht zu den Themen „aktuelle waldbauliche Forschungsergebnisse zu den Themen Anpassungsfähigkeit, Verjüngung, Waldbaustrategien im Klimawandel“.
Christian Ammer hat nach dem Forststudium an der TU München 1996 im Fach Waldbau promoviert und nach einem Aufenthalt an der Oregon State University 2001 im Fach Waldbau habilitiert. Seit Sept. 2007 ist der Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Georg-August-Universität Göttingen.
Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. Naturnaher Waldbau, Mischbestandsforschung, forstliche Bewirtschaftungsintensität und Biodiversität, Waldstrukturanalyse, Altholzwurzelkonkurrenz, waldbauliche Möglichkeiten zur Anpassung von Waldbeständen an den Klimawandel, Kohlenstoffspeicherung von Wäldern, Umwandlung von Nadelholzreinbeständen in Mischbestände und interspezifische Konkurrenzprozesse in Verjüngungen.
Msc Fw. Florian Schnabel spricht über das Thema „Stabilität von Mischbeständen: der Einfluss von Artenreichtum und Asynchronizität.“
Florian Schnabel ist ein umtriebiger junger Wissenschaftler, der während des Studiums an der Univ. Freiburg mehrere Auslandsaufenthalte in Chile, Costa Rica, den Niederlanden und Indonesien absolvierte und nun das Doktoratsstudium im Internationalen Graduiertenkolleg TreeDì, Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und Universität Leipzig abschließt.
Er ist davon fasziniert natürliche Prozesse und Pflanzen-Pflanzen Interaktionen zu verstehen und für nachhaltiges Management nutzbar zu machen. Sein Forschungsschwerpunkt liegt hierbei auf Waldbau und der Beziehung zwischen Diversität und Ökosystemfunktionen in Mischwäldern und Agroforstsystemen. Zurzeit verwendet er dendroökologische Ansätze, biometrische Messungen und Datensynthese, um die Auswirkungen von komplementärer Ressourcennutzung auf das Baumwachstum und die Wachstumsstabilität während Dürreereignissen zu untersuchen. Das Projekt wird auf der BEF-China Plattform im Rahmen des DFG-Internationalen Graduiertenkollegs TreeDì – (lín dì, Waldland) durchgeführt.
Ing. Gerald Golesch spricht unter dem Titel „Mit geschärften Sinnen das Ökosystempotential erkennen, und gemäß dem Motto „Mut zur Lücke“ agieren“ über die Themen: Soziale Struktur im Bestand, morphologische und phänologische Anpassungsmerkmale, Fremdherkünfte und Gastbaumarten – kann oder muss ich mir was/das ökonomisch leisten ?
Gerald Golesch ist seit 1998 als Förster beim BFW Bundesamt und Forschungszentrum für Wald, Fachinstitut für Waldbiodiversität & Naturschutz – Abteilung Ökologische Genetik zuständig für gutachterliche Tätigkeiten im Rahmen des forstlichen Vermehrungsgutgesetzes (Anerkennung von Saatgutbeständen); Arbeiten im Rahmen der Saatgutplantagenbewirtschaftung und Errichtung und weitere Projektmitarbeit.
Seine jahrzehntelange Praxis in Verbindung mit den unzählig gesammelten Waldbildern (Kleinökostandorte), im Zusammenhang mit der Anerkennung von Saatgutbeständen, entwickelten bei ihm ein ausgeprägtes ökologisch-waldgesellschaftliches Feingefühl, und hat den Weg geebnet für ein integrales Denken was den (zukünftigen) Waldbau anlangt. Unterstützend waren und sind einiges an konsumierter Fachliteratur.
Diskussion
Nach den Impulsstatement von je etwa 10 Minuten werden wir unter der Moderation von Ewald Stögermayer im Forum eine offene Diskussion führen und Fragen an die Statementgeber richten.
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