Plenter-Waldspaziergang für Frauen

Elf Frauen, davon sieben Waldbesitzerinnen, sind der Einladung gefolgt, sich an einem strahlend schönen Spätherbstnachmittag zum Thema Plenterwald informieren zu lassen, sich in lockerem Rahmen auszutauschen und zu vernetzen, einen spannenden Plenterwald intensiv zu begehen. Es war kalt, es war stellenweise schneebedeckt und rutschig. „Es war eine ganz besondere, bisher so nicht gekannte Atmosphäre“ – so eine der Teilnehmerinnen.

Zu den Fakten, die Dr. Tamara Eckert – eine absolute Kennerin des Plenterwaldes im allgemeinen und als zuständige Waldaufseherin des örtlichen Waldes im besonderen – auf sehr lebendige Art vermittelt hat:

Der Ippachwald ist geprägt durch seine schattseitige Lage und durch „Mini-Waldzeilen“. Damit ist die kleinbäuerliche Nutzungsstruktur, Bauholz, Brennholz, usw. nur in Maßen zu entnehmen, denn „man hat ja nicht viel …“, also die Plenterwald-Struktur, vorgegeben.

An mehreren Stationen wurden grundsätzliche wie spezielle Fragen beantwortet, diskutiert, beleuchtet, Begrifflichkeiten geklärt. Insbesondere die Resilienz des Plenterwaldes in Bezug auf Störungen (Sturmereignisse, Borkenkäferbefall, usw.) hat beeindruckt. Für alle Teilnehmerinnen verblüffend war der Waldzustand nach einer großen Seilkran-Gemeinschaftsnutzung von 12 Eigentümer:innen im März 2025 „Der Wald steht noch“, obwohl 800 fm (Brennholzanteil 20%) entnommen worden waren. Nach gut einem halben Jahr ist gerade mal die Trasse noch erkennbar und den Sturm im Juli hat auch dieses Waldstück gut überstanden.

Die wichtigsten Baumarten und ihre Spezifika wurden besprochen, die Notwendigkeit der vielfältigen Naturverjüngung, die den Motor des Plenterwaldes bildet, warum Arten-, Alters- und Strukturvielfalt so wichtig ist, warum der Plenterwald von einem ausgewogenen Verhältnis von Wald und Wild lebt. Die Notwendigkeit genetischer Vielfalt wurde ebenso angesprochen wie hitzeresistente Herkünfte unserer heimischen Baumarten und das Potenzial von Gastbaumarten. Waldschäden, sichtbar etwa am Mistelbefall der Weißtannen, waren ebenso Thema wie die Biodiversität, die sich sehr deutlich in Form von liegendem und stehendem Totholz zeigte.

Ein eindrücklicher Nachmittag, der in einer kurzen (weil kalten) Runde seinen Abschluss gefunden hat. Mit dem ganz klaren Tenor: dieses Format passt – das machen wir wieder!

Quelle Text und Fotos: Sylvia Rickmann, Wald in Frauenhänden