CO2-Cent für aktive Waldwirtschaft

Bei einer durchgeführten Holznutzung in Vandans wurde auf den Klimacent „Wald und Holz“ Fonds aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt steht die aktive Waldbewirtschaftung, die effektive CO2 Effekte, aber auch sonst viele Win-Win- Effekte bringt.

Obwohl der Klimaschutz derzeit sicher die größte Herausforderung für uns und unsere nachfolgenden Generationen ist, werden Maßnahmen dazu momentan nach hinten gereiht. Dagegen wird uns allen die Bedeutung der Rohstoff- und Energiesicherheit täglich mit der Sperrung der Straße von Hormus vor Augen geführt. Die gute Nachricht, mit einer aktiven Waldbewirtschaftung lassen sich beide bedeutenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielsetzungen gut verfolgen. Von unserem Baustoff- und Energieträger Holz hätten wir bei uns vor der Haustür noch größere zusätzliche Potentiale, die wir nachhaltig nutzen könnten. Und eine aktive Waldbewirtschaftung ist eine richtig effektive Klimaschutzmaßnahme.
Effektiver Klimaschutz
Im Wald kann sehr viel CO2 gespeichert werden. Allerdings nur bis zu einem ökologischen Gleichgewichtszustand. Bei Störungen, wie Windwürfe oder Borkenkäferkalamitäten, deren Zunahme prognostiziert wird, braucht es stabile und resiliente Waldstrukturen. Mit einer aktiven Waldbewirtschaftung werden diese erhalten und verbessert. Wie in einem zweiten Wald wird dann CO2 in Holzprodukten über einen längeren Zeitraum gespeichert. Der Bausektor ist derzeit einer der „Hauptsünder“ bei den Verursachern. Mit Holz – und da würde noch einiges gehen – könnte das Blatt gewendet werden. Der Substitutionseffekt mit Holz bringt enorme CO2 Emissionsminderungen.
Vom Anreizeffekt zur wirtschaftlichen Rentabilität
Mit dem „KLIMACENT Wald und Holz Fonds“ wird ein Anreiz für aktive Waldbewirtschafter:innen geschaffen. Eine nachhaltige naturnahe Waldbewirtschaftung wird unterstützt. Die Gemeinde Vandas konnte als Waldbesitzerin für Holznutzung einen Beitrag von 7,- Euro pro Festmeter genutztem Holz generieren. Im EU-Emissionshandel wird derzeit die Tonne CO2 um 70.- Euro gehandelt. Mit dem Kompensationsfaktor von Holz könnte der/die Waldbesitzer:in, wenn nur die Hälfte des Wertes gerechnet wird (die andere Hälfte würde dem Holzanwender zustehen), etwa 40,- Euro pro Festmeter generieren. Bei einem aktuellen Rundholzpreise im Bereich von 130.- Euro pro Festmeter würde dieser CO2 Bonus ein wichtiger Faktor für eine rentable Bewirtschaftung werden. Gleichzeit würde aber auch Für den Klimaschutz ein effektiver „Motor“ gestartet.
Einladung an Gemeinden, Unternehmen und Private
Gespeist wird der „Wald und Holz“ Fonds mit Geldern von verantwortungsbewussten Personen, Unternehmen und Gemeinden, die für ihre CO2 Emissionen freiwillig einen Beitrag leisten. Neben dem „Wald- und Holz“ Fonds können regionale Klimaschutzprojekte von regenerativer Landwirtschaft & Ernährung, Mobilität, Bewusstseinsbildung bis Moorschutz unterstützt werden. Es wird ein wachsendes Vorreiter Netzwerk für CO2 Kostenwahrheit geschaffen.
Info:
Der Klimacent „Wald und Holz“-Fonds wird über den Vorarlberger Waldverein als Partnerorganisation gemanagt. Als Auskunftsperson für Anträge und Registrierungen steht DI Thomas Ölz, 05574/400-460, thomas.oelz@lk-vbg.at zur Verfügung.
Mach‘ auch du mit! Der KLIMACENT ist seit über 10 Jahren eine Finanzierungsplattform zur Förderung von regionalen Klimaschutzprojekten getragen von über 30 Vorarlberger Gemeinden, 60 Unternehmen und 600 engagierten Privatpersonen. Getragen wird der Klimacent von der Arge Erneuerbare Energie Vorarlberg. Infos und Beitritt unter www.klimacent.at.

Aktive Waldbewirtschaftung trägt zu zwei zentrale Herausforderungen von heute und morgen bei: CO2 Speicherung und Rohstoffsicherheit (Florian Küng, Bgm. Vandans, Cordula Kreidl, Plattform KLIMACENT, Thomas Ölz, Fondsmanager KLIMACENT Wald & Holz, Waldverein Vbg., Foto: Evelyne Spöttl).

Infobox: Wald ist mehr als Kohlenstoffspeicher
Der Wald schützt vor Naturgefahren, sorgt für sauberes Wasser und Luft und bietet wertvollen Lebens‑ und Erholungsraum. Gleichzeitig sichert die aktive Waldbewirtschaftung regionale Arbeitsplätze, stärkt die Wirtschaft und liefert erneuerbare Energie, die zur Unabhängigkeit von fossilen Importen beiträgt. Angesichts der Klimaerwärmung ist eine aktive, zukunftsorientierte Bewirtschaftung entscheidend, damit der Wald seine vielfältigen Leistungen behält und nicht durch Überalterung, Krankheiten oder Schädlinge an Stabilität verliert. Aktive Waldbewirtschaftung ist somit aktiver Waldschutz.
Außerdem aktiv bewirtschaftete Mischwälder – wie sie die Vorarlberger Waldstrategie 2030+ vorsieht – sind stabiler, widerstandsfähiger und weisen eine höhere Biodiversität auf. Strukturreichtum, Baumartenvielfalt und gezielte Pflege schaffen Lebensräume, die in unbewirtschafteten Wäldern oft verloren gehen. Die verbreitete Annahme, ungenutzte Wälder seien artenreicher, ist wissenschaftlich widerlegt.